Wie LOQUITO entstanden ist

Historische Ausgangsidee

Warum sollen Kinder ihre Spielplätze nicht selbst bauen und im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten kontinuierlich erweitern? Diese theoretische Fragestellung setzt die „Frankfurter Arbeitsgruppe“ 1978 – 1981 unter der Leitung von Prof. Gerd Landau mit dem Konzept „Offener Sportunterricht“ in die Praxis um. In freien Spielsituationen ihrer „Werkstatt Sportdidaktik“ entwickeln die Sportpädagogen mit „natürlichen Gegenständen“ ungewohnte, „utopische“ Bewegungswelten. Das Ziel ist die Reform der Sportlehrerausbildung.
Der Braunschweiger Sportpädagoge Klaus Miedzinski, der sich in dieser Zeit mit „natürlichen Bewegungsfomen“ als Gegenpol zum normierten Sportartenkonzept befasst, greift Landaus Werkstattgedanken auf und verknüpft seine Bewegungsforschung mit den gestaltschaffenden Bewegungsideen Landaus. Ab 1980 schließt sich unter dem Begriff der „Bewegungsbaustelle“ zusammen, was zusammen gehört: Bauen und Bewegen! Als Urheber der Idee der Bewegungsbaustelle gilt von da an Klaus Miedzinski.

Miedzinski setzt die Bewegungsbaustelle zunächst mit einfachen, lebensnahen Gegenständen wie Bretter, Klötze, Balken, Großwürfel, Schläuche, Reifen, Rohre, Leitern, Seile, … in die Tat um, die er Kindern in einem ausgewählten Kindergarten zum Selbstbau ihrer Bewegungsanlässe zur Verfügung stellt. Dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ folgend, inszeniert Miedzinski seine kreativen Bewegungsumwelten auch zusammen mit Eltern, Studenten und ErzieherInnen. Es entstehen erste Turn- und Stapelkästen, aus denen die bekannten „Zauberkästen“ mit den darin einsetzbaren Holzbalken hervorgehen. Der Prozess der Herstellung, die Vorführung und das Ausprobieren der Geräte bildet das Grundkonzept der Bewegungsbaustelle nach K. Miedzinski.

Später folgen sogenannte „Bauteile“, welche die Bewegungsthemen Schaukeln, Drehen und Fahren aufgreifen; sie werden in den didaktischen Werkstätten der Universitäten Braunschweig und Lüneburg geplant und hergestellt. Auch die Baukastenidee Fröbels fließt in die Entwicklung mit ein. Was Bauklotz, Würfel, Quader und Zylinder für die feinmotorische Entwicklung bedeutet, findet sich auf der Bewegungsbaustelle in großräumigen Bewegungen wieder. Zur Verbreitung seiner Ideen ruft Miedzinski Bewegungswochen für Kindergärten aus, akquiriert die Volkswagen AG und die Bosch-Werke als Sponsoren und schickt Studenten zwei Jahre lang im „Baustellen-Mobil“ durch die gesamte Bundesrepublik. Es folgen erste Veröffentlichungen. Besondere Aufmerksamkeit erhält Miedzinski auf dem Deutschen Turnfest 1983 in Frankfurt, wie auch im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojektes mit dem Bau eines Spielplatzes 1989 in Lima/Peru. 1992 macht Miedzinski die Bewegungsbaustelle in Österreich bekannt. Projekte in Brasilien, Chile und Ecuador kommen hinzu. Heute ist die Bedeutung der Bewegungsbaustelle für Bildungsprozesse längst entsprechend gewürdigt und in den Bildungsplänen der Kultusministerien verankert.

Die professionelle Bewegungsbaustelle

Wir haben die Idee der Bewegungsbaustelle von Miedzinski anvertraut bekommen und führen diese seit 1996 als Familienunternehmen „Gebr. Hagedorn – bauen und spielen“ mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb professioneller Bauteile fort. Das Grundkonzept der ursprünglichen Bewegungsbaustelle haben die Hagedorns zugunsten des maximalen Spielwertes der Bauteile neu ausgerichtet. Die Geräte erhielten ein neues Design und fachmännische Technik. Es wurde ein Betriebsmodell entworfen, das pädagogische und wirtschaftliche Interessen gleichermaßen vereint. Elementare Bewegungsanlässe haben sich zu fundierten Raummodellen entwickelt, in denen sich Kinder auch zukünftig fantasievoll erproben können. Trotz allem haben Hagedorns das Anliegen des Erfinders, ein Lernen mit Kopf, Herz, Hand und Fuß zu bewirken, nie vergessen. Und weil das alles ein bisschen verrückt (aus dem spanischen) ist, darum heißen diese Bauteile auch genau so: LOQUITO.

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