Informationen für Bauherren und Architekten
Lastannahmen für ruhende und schwingende Belastungen
Befestigungsvarianten des LOQUITO-Rohrsystems im Deckenbereich
Lastannahmen für ruhende und schwingende Belastungen
Die Bewegungsbaustelle ist ein Ort, der Kinder (und Erwachsene) neugierig macht und zum Tätigsein auffordert. Im freien Spiel planen sie, stellen ein Bauwerk her, probieren aus, verwerfen die Idee wieder, planen neu und probieren ein weiteres Mal, solange bis sich ein Erfolg einstellt.
Balancieren in luftiger Höhe – Bauchkribbeln mit kontrolliertem Risiko
Der Verzicht auf rigide Bewegungsanweisungen ermöglicht den Akteuren erst den Dialog mit ihrer Umwelt und sichert so die für die Entwicklung notwendige Erfahrung. Den „richtigen“ Umgang mit Bauteilen gibt es auf der Bewegungsbaustelle nicht. Raum- und Gerätesysteme von Hagedorn sind für das selbstständige Lösen von Bewegungsaufgaben entwickelt worden.
In diesem Sinne ist ein LOQUITO-Rohrsystem stets für einen sicheren und außerhalb üblicher Normvorstellungen liegenden Gebrauch dimensioniert, um höchsten Beanspruchungen durch die Nutzer gerecht zu werden.
Voraussetzung für die sichere Verankerung der Anlage ist ein ausreichend tragfähiger Deckenbereich. Dazu finden Sie im Folgenden die entsprechenden Lastannahmen.
Statische Last
Hängt eine Last ruhend am Schaukelseil, steigt diese bis zu einem bestimmten Punkt an und bleibt ab dort konstant.
Eine „4er-Kette” wiegt in der Ausgangslage 22 kg
Dynamische Last
Aus Erfahrung wissen wir, dass eine ungefähre Gesetzmäßigkeit zur Berechnung der dynamischen Last auf Basis der Faustformel lautet:
Schaukelgewicht x 3
Das errechnete Gewicht (Akteure plus Schaukelgerät) ist in etwa gleich groß der Last, die bei großräumigen Schaukelbewegungen ab einer Schwingungsweite von ca. 60° auf den Untergrund/ Anschlagpunkt wirkt.
Kettenkarussell in Bewegung
Faustformel: Schaukelgewicht mal drei
Belastungsfall „Standardschaukel”
Eine Standardschaukel besteht aus zwei Grundelementen mit aus mehreren mit Karabinern verbundenen Endlosschlaufen sowie einem Tragegurt als Schaukelsitz. Die ruhende Last ist mit 80 kg pro lfd. Meter anzusetzen und entspricht einem Erwachsenen
pro Schaukelsitz. Daraus errechnet sich:
80 kg x Faktor 3 = 240 kg/lfd. Meter
Dynamische Last = 240 kg/lfd. Meter
Erwachsene an drei Standardschaukeln
Belastungsfall „Schwingende Wand”
An einem Schaukelrohr lassen sich mehrere Standardschaukeln jeweils einzeln anhängen und in Kombination mit weiteren Bauteilen zu einer „Schwingenden Wand” verbinden. In dieser Anordnung schaukelt ein weiterer Akteur jeweils zwischen zwei Standardschaukeln (Ein-Ebenen-Variante). Werden diese zu „Doppeldeckern” erweitert, lässt sich zusätzlich übereinander schaukeln (Zwei-Ebenen-Variante).
Typ Bewegungsraum: „Schwingende Wand” mit 2-3 Parallelsystemen
A) Ein-Ebenen-Variante
Für eine „Schwingende Wand” in der Standardversion gehen wir von 3-5 Erwachsenen, einer Belastungsbreite von 3,0 m und einer Rohrlänge von 4,5 m aus – dies entspricht rechnerisch:
5 x 80 kg : 4,5 m x Faktor 3 = 267 kg/lfd. Meter
Dynamische Last = 267 kg/lfd. Meter
Kleine „Schwingende Wand” mit zwei Standardschaukeln und Trapez
B) Zwei-Ebenen-Variante
Für eine „Schwingende Wand” mit 5 Erwachsenen in erster und 3 Erwachsenen in zweiter Ebene sind anzusetzen:
8 x 80kg : 4,5 m x Standardfaktor 1,66 (da Schaukelamplitude stark eingeschränkt) = 236 kg/lfd. Meter
Dynamische Last = 236 kg/lfd. Meter
„Schwingende Wand” für acht Akteure – Standard an Rohrlängen 4-6 Meter
Typ Turn- und Sporthalle: „Schwingende Wand” mit 4 Parallelsystemen
A) Ein-Ebenen-Variante
Für eine erweiterte „Schwingende Wand” gehen wir von 7 Erwachsenen, einer Belastungsbreite von ca. 4,5 m und einer Rohrlänge 5,5 m aus – dies entspricht rechnerisch:
7 x 80 kg : 5,5 m x Faktor 3 = 305 kg/lfd. Meter
Dynamische Last = 305 kg/lfd. Meter
B) Zwei-Ebenen-Variante
Für eine „Schwingende Wand” mit 7 Erwachsenen in erster und 4 Erwachsenen in zweiter Ebene sind anzusetzen:
11 x 80 kg : 5,5 m x Standardfaktor 1,66 (da Schaukelamplitude stark eingeschränkt) = 266 kg/lfd. Meter
Dynamische Last = 266 kg/lfd. Meter
Belastungsfall „Einpunktschaukel”
Für eine Einpunktschaukel gehen wir von max. 4 Erwachsenen aus - dies entspricht rechnerisch:
(4 x 80 kg) + 15 kg Schaukelgewicht = 335 kg x Faktor 3 = 1005 kg
Dynamische Last = 1005 kg am Anhängepunkt
Die Schaukel benötigt zu allen Seiten genügend Freiraum, um weiträumiges Kreisen zu gewährleisten – somit werden zwangsläufig in unmittelbarer Nachbarschaft keine weiteren Schaukel-Abhängungen vorgenommen.
„Große Reifenschaukel” – auch für Erwachsene geeignet
Resümee
Wenn davon auszugehen ist, dass an einer geplanten Schaukelrohrkonstruktion vier oder mehr Erwachsene gleichzeitig schaukeln, ist es definitiv ratsam, die Konstruktion so zu dimensionieren, dass die Schaukelrohre an jeder beliebigen Stelle einer dynamischen Belastung von 1000 kg standhalten.
Befestigungsvarianten des LOQUITO-Rohrsystems im Deckenbereich
In der Turnhalle
An Holzbindern (Honorarzone III-V)
Befestigung:
LOQUITO-U-Profil oder Standard-Halfenschienen-Profil (L-Eisen mit Untergurt)
Überbrückung:
Ausgleichskonstruktion
Verspannung:
mit oder ohne Verspannung
Unterhalb von Zwischendecken (Honorarzone IV-V)
Befestigung:
Ankerplatte / mit oder ohne Wandbefestigung
Überbrückung:
Ausgleichskonstruktion
Verspannung:
mit oder ohne Verspannung
An sichtbaren Betonbindern oder Betondecken (Honorarzone III)
Befestigung:
Ankerplatte, LOQUITO-U-Profil oder Halfenschienen-Profil
Überbrückung:
Ausgleichskonstruktion
Verspannung:
mit oder ohne Verspannung
An Rechteckprofilen (Honorarzone III)
Befestigung:
LOQUITO-Umklammerung
Überbrückung:
Ausgleichskonstruktion
Verspannung:
mit oder ohne Verspannung
In Sportmehrzweck- und Bewegungsräumen
An Holzbindern (Honorarzone III-V)
Befestigung: LOQUITO-U-Profil, Halfenschienen-Profil, LOQUITO-Umklammerung
An Decken mit besonderen Merkmalen (Honorarzone IV-V)
Befestigung:
Ankerplatte, Wandbefestigung, LOQUITO-U-Profil, Halfenschienen-Profil
Überbrückung:
mit und/oder ohne Ausgleichskonstruktion
Verspannung:
mit und/oder ohne Verspannung
An Akustikdecken (Honorarzone III-V)
Befestigung:
Ankerplatte
Überbrückung:
mit Ausgleichskonstruktion
An sichtbaren Betonbindern oder Betondecken (Honorarzone III)
Befestigung:
Ankerplatte
Überbrückung:
mit oder ohne Ausgleichskonstruktion
An IPE-Lochstahlträgern (Honorarzone III)
Befestigung:
LOQUITO-Spanneisen
Überbrückung:
mit oder ohne Ausgleichskonstruktion
Verspannung:
mit oder ohne Verspannung
An der Wand (Honorarzone IV-V)
Befestigung: Ankerplatte



















